Ein Newsletter der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen

 

Die Bevollmächtigten OLKR Kerstin Gäfgen-Track und OLKR Andrea Radtke schreiben im Newsletter der Konföderation zum 8. Mai 2020:

Mit dem 8. Mai 1945 sind für Menschen sehr unterschiedliche Erinnerungen verknüpft: Befreiung aus der Gefangenschaft in Konzentrationslagern oder von der Zwangsarbeit, Ende der Kampfhandlungen auf den unendlich vielen Schlachtfeldern und der Bombennächte, Flucht, Hunger und Heimatlosigkeit, aber auch Gelegenheit zum offenen Reden nach langem Schweigen, vorsichtige Hoffnung auf Frieden und Erleichterung, das eigene Leben behalten zu haben.

Der 8. Mai markiert mit dem Kriegsende auch den Tag der Befreiung vom menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Schwer wiegt gerade an diesem Tag die Erinnerung an Tod und Grauen, das unsere Urgroßeltern, Großeltern und Eltern über Europa und die ganze Welt brachten. Mehr als 60 Millionen Tote. Es gibt auch nach 75 Jahren viele Familien weltweit, die heute an Opfer des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkrieges gedenken.

Die Erinnerung an diesem Tag ist nicht allein vom unvorstellbaren Leid geprägt, sondern zugleich auch von der Dankbarkeit, dass aus dem Ende des Zweiten Weltkriegs ein Neuanfang möglich wurde, zögerlich und zunächst geprägt von Hunger und Entbehrungen in den ersten Nachkriegsjahren. In vielen Familien werden Geschichten wach von Zigaretten, Kaugummi und Schokolade, die die früheren Feinde verschenkten, von Ärzten der Siegermächte, die die Verwundeten behandelten und Soldaten, die Kindern halfen, nach ihren Eltern zu suchen.

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